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Geistig behinderte Erwachsene haben Anspruch auf ein eigenes Zuhause.
Sie müssen die Möglichkeit haben, ihr Elternhaus im selben Alter zu verlassen, wie andere junge Leute auch. Wohnen bedeutet nicht nur Versorgung, Unterkunft und Verpflegung, sondern Geborgenheit und Eigenständigkeit, Privatheit und Gemeinschaft, die Möglichkeit des Rückzugs und Offenheit nach außen. Menschen mit geistiger Behinderung sollen so normal wie möglich leben können und dazu jede Hilfe bekommen, die sie brauchen" (Grundsatzprogramm der Lebenshilfe Landesverband Hessen e.V. 1990, Seite 43).
Diese Forderung gilt auch für (stationäre) Wohnformen für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung.
91 Wohnstätten der Lebenshilfe (bzw. Wohnstätten an denen die Lebenshilfe vor Ort als Träger beteiligt ist) bieten Menschen mit einer Behinderung ein Zuhause an. Hier steht ein differenziertes Angebot zur Verfügung:
Wohneinrichtungen, Außenwohngruppen, Wohngemeinschaften und Betreutes Wohnen.
Die Lebenshilfe-Wohneinrichtungen arbeiten nach dem Normalisierungs-prinzip, dass heißt in der Praxis, dass die Lebenshilfe ein Wohnangebot macht mit kleinen Einheiten, die sich natürlich in ein Wohngebiet eingliedern. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass die Wohneinrichtung den Charakter eines wirklichen Zuhauses hat und die Bewohner soweit wie möglich ihr Zuhause selbst gestalten. Die Lebenshilfe-Wohneinrichtungen sind zum Großteil gemeindenah gebaut, so dass Menschen mit Behinderung direkt am Leben der Gemeinde teilnehmen können (Einkaufen, Veranstaltungen besuchen usw.).
Je nach dem persönlichen Hilfebedarf von Menschen mit Behinderung und individuellen Wünschen kann ein unterschiedliches Wohnangebot in Frage kommen. Die Lebenshilfe setzt sich dafür ein, dass der Anspruch aller (auch alter) behinderter Menschen auf Eingliederungshilfe erhalten bleibt.
Die Lebenshilfe Hessen fordert auf dem Hintergrund einer großen Nachfrage zusätzliche Wohnangebote (in stationärer und ambulanter Wohnform) für Menschen mit Geistiger Behinderung. Sie wendet sich gegen einseitige und populistische Forderungen nach Abschaffung aller stationären Wohnplätze.